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Live@Work! - Zu Gast bei Dexina

25.06.2015 – Wie wollen wir leben und arbeiten? Wie lässt sich beides so vereinen, dass wir Menschen mit kreativem Gestaltungsraum, motivierendem Lebensraum und bedürfnisgerechtem Arbeitsraum sind? Auf Einladung von Stefan Schneider erlebte ich gestern hautnah die Interpretation von Dexina. Wir sprachen über "Stockwerkkultur" mit Zeit-, Erfolgs- und Leistungsdruck. Wir sprachen vor allem über Vertrauensarbeit, die optimale Kombination aus Effizienz und Effektivität, Autarkie und Wohlbefinden von Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft. Eine Welt, in der das Wort "HomeOffice" eine ganz neue Bedeutung findet.

Angespannt kam ich in Böblingen an. Meine Schwäche, möglichst jede mir geschenkte Minute intensiv zu nutzen, hatte ich mich dazu verleitet, mich mehr mit einem Telefonat und Twitter zu beschäftigen als in Sachen Routenplanung selbst zu denken. Unkonzentriert wie ich war, folgte ich blindlings der Beschilderung der Verkehrsbetriebe Stuttgart – und kam prompt dreißig Minuten zu spät zum Termin. Statt den direkten Weg zu nehmen, war ich ein Mal mit Stuttgart ums Dorf gefahren.

Eine überfüllte S-Bahn trug dann auch nicht gerade zur Entspannung bei. Im Nachhinein betrachtet – und das wohlwollende Verständnis von Stefan dankbar annehmend – war das jedoch gar nicht so schlecht. Denn um so stärker spürte ich die Entspannung, als ich erst einmal bei Dexina angekommen war. Wie war dies gelungen?

Willkommen sein und die Kunst des Gastgebens

Im Grunde recht einfach: Stefan entführte mich gleich zu Beginn in den “Open Space” der Dexina. Dies ist gern wörtlich zu nehmen: Wir gingen auf eine mit Holzboden, Strandkorb, Bierbänken, Stehtischen, Kräutern, Gräsern und Stauden liebevoll gestaltete Dachterrasse. Mit Blick auf einen Teich, blauen Himmel mit Wölkchen und einem großen Glas Wasser konnte ich ankommen. Im Grunde braucht es also gar nicht viel, um innere Ruhe für Konzentration und Kreativität zu finden.

In der gemeinsamen und bewussten Wahrnehmung dieser Umgebung fanden wir unseren Einstieg ins Gespräch. Denn leider ist ein derartiges Umfeld noch nicht der Standard für Firmen. Unser beider Motivation und Zukunftsvision liegt darin, mehr Menschen für diese Form der Kokreation und Kollaboration zu begeistern. Mehr Menschen die Erfahrungen in einer Welt erlebbar zu machen, wo die Grundbedürfnisse des Individuums wertgeschätzt werden. Die Ideen und Lösungen gemeinsam und interdisziplinär weiterzuentwickeln. Über das Warum unseres Tuns kamen wir dann zum Was und Wie.

Effizienz und Effektivität neu definiert

Es geht heute und in Zukunft nicht mehr darum, schneller, höher, weiter zu kommen. Mit möglichst wenig Einsatz eigener Reserven – und dem Auslagern von (Neben)Kosten auf die Gemeinschaft – ist die soziale Marktwirtschaft in Schieflage geraten. Ständig unter Zeit- , Kosten- und Leistungsdruck ist eine “Stockwerkkultur” in vielen Unternehmen entstanden, die uns krank macht. Wir sind als Gesellschaft aus dem Takt geraten und die Frage ist berechtigt: Ticken wir eigentlich noch richtig? Wie wir uns die Autonomität über unsere Zeit zurückerobern, habe ich ebendort bereits geschrieben.

Wir brauchen Zeit und Raum, den eigenen Sinn zu hinterfragen. Wir brauchen Autarkie und Freiheit, um suchend wie wissend die Ärmel hochzukrempeln. Warum tun wir, was wir tun? Und erst dann stellen wir uns die Frage, wie wir diese Wunschvorstellung möglichst reibungslos und zielstrebig umsetzen können. Nur über das Warum kommen wir auf den Kern des Sinns.

“Das Warum ist die entscheidende Frage, um den richtigen Weg zu finden.” Stefan Schneider

Ideen auszuprobieren, Lösungen zu vervollkommnen. Partnerschaftlich und auf Augenhöhe mit allen Beteiligten. Der direkte Weg muss dabei nicht der effizienteste sein. Vielmehr gilt es, das Richtige optimal – also richtig – zu tun.


CC-BY-ND Franziska Köppe | madiko [ Klick aufs Foto für vergrößerte Ansicht oder als PDF herunterladen ]

Hier bin ich Mensch. Hier darf ich sein.

Das Interessante dabei ist, welche Kraft wir als Persönlichkeiten entwickeln, nehmen wir uns den Erfolgsdruck. In der Freiheit und dem Vertrauen in uns selbst können wir am besten wirken. Im eigenen Erleben und auch aus den Gesprächen mit Stefan und anderen Impulsgebern unserer Initiative sehe ich dies immer wieder bestätigt: Im selbstbestimmten Leben und Arbeiten schlummert unser Potenzial. Es gibt heute keine ein-eindeutige Definition eines guten Lebens und Arbeitens (mehr). Herausforderung und Chance zugleich ist es, sich seine Welt nach seinen Bedürfnissen zu gestalten.

Als Mitstreiter in einer Firma können wir unsere Fachkompetenzen, unsere Talente und Herangehensweisen plus unsere Weltanschauungen und Motive miteinander kombinieren. In dieser Vielfalt unserer Werte entstehen Synergie-Effekte. Ich spreche hier bewusst nicht von Arbeitgebern, die ein Umfeld für Angestellte schaffen. In meinem Verständnis – und die Dexina ist in diesem offenen Lernprozess – geht es um Kollaboration und Kooperation. Um Kräfte bündeln und WertVerträge schließen.

Mutig hat Dexina Organigramme und klassische Rollen sowie Abteilungen weitestgehend abgeschafft. In einem dialogisch-kreativen Prozess erobern sie sich Räume für Neues. Das ist nicht einfach. Doch spüre ich Aufbruchstimmung im ganzen Haus bei allen Anwesenden. Konzentriertes Arbeiten mit einem entspannten Lächeln im Gesicht. Immer wieder kleine Gruppen, die sich austauschen – die Köpfe zusammenstecken und gemeinsam denken. Die Wände voll mit Ideen, Lösungsansätzen und zu klärenden Fragen. Mikko von Finnovations wird das Herz aufgehen, wenn er die mit stattys befüllten WhiteBoards sieht.

Quelle: © April 2015 START LIVE@WORK! – Für Dich von Dexina

Selbstbestimmt leben und arbeiten

Die Frage, auf die Stefan und ich in unserem Gespräch stets zurück kommen, ist: Wie wollen wir leben? Es ist eine Urfrage, die es immer wieder zu beantworten und zu interpretieren gilt. Frankas Mix aus Kultur und Infrastruktur im Hinterkopf sehe ich bei Dexina die Prinzipien der Grundbedürfnisse realisiert:

  • Raum für autonomes, autarkes Arbeiten – in einem Coworking-Space oder mit geeignetem Interieur abgeschotteten Rückzugsbereichen.
  • Sämtliche Flächen mit Tageslicht, Schall-optimiert und mit einfachen, nachhaltigen Materialien hoch flexibel gestaltet.
  • Ergonomische Arbeitsplätze – von indirekter plus individueller Beleuchtung, höhenverstellbarem Tisch über unterschiedlichste Sitzgelegenheiten und Stehhilfen bis hin zum Sessel, Liege und Strandkorb.
  • Kokreative Gestaltungsräume – selbstorganisierend und frei von Bürokratie, mit vollflächigen WhiteBoards und / oder Glasflächen sowie großzügiger Ausstattung in Sachen Design Thinking.
  • die Gemeinschaft fördernde, soziale Treffpunkte an zentraler Stelle im Gebäude, wie beispielsweise die professionell ausgestattete Gemeinschaftsküche, die Bar oder auch die oben angesprochene Dachterrasse.
  • Selbstverständliche Grundversorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs – von Getränken über bio-regionalen, frischen Lebensmitteln bis zum Spielzeug und Windeln für das Kleinkind im Eltern-Büro.
  • Strategisch klug positionierte WLAN-Knoten, die die Kommunikation geschickt lenken.

Dies alles trägt zu Wohlbefinden und einem entspannten Arbeiten bei. Entscheidend dabei ist: Alle Beteiligten entwickeln diese Lebens-/Arbeitswelten kontinuierlich – entlang der Urfrage – weiter. Jede/r hat in eigenem Ermessen und Wünschen die Möglichkeit, diese Welten mit zu gestalten. Nach individuellem Interesse und persönlicher Energie.

Lasst mich noch einmal ein besonderes Augenmerk auf die Familienfreundlichkeit lenken. Wenn die Kita anruft oder kurzfristig die Tagesmutter ausfällt, geraten Eltern bei Dexina nicht in Stress. Sie finden hier die Infrastruktur, die sie selbst gemeinschaftlich entwickelt und aufgebaut haben. Kinder sind wieder Bereicherung und Normalität im Alltag. Die erst im letzten Jahrhundert entstandene Entfremdung von Familie und Beruf wird abgebaut – bestenfalls langfristig aufgehoben.

“Es ist genial, wenn mein Sohn in einer Besprechung anfängt, mit an die Wand zu malen. Ich habe so viel von ihm gelernt.” Stefan Schneider, Dexina

Quelle: © Mai 2014 LIVE@WORK! – Von Uns, für Uns, für Jeden von Dexina

Die anderthalb Stunden Zeit, die Stefan und ich gemeinsam hatten, sind wie im Flug vergangen. Entspannt und voller Tatendrang habe ich meine Gedanken geskribbelt – und nun in Worte gefasst. Besonders witzig finde ich, dass sich bei mir der Gedanke hartnäckig hält, dass hier HomeOffice eine ganz neue Bedeutung erlangt: Eine Arbeitswelt, in der ich mich heimisch fühle. ;-)

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Stefan und seinen Kollegen. Und was daraus im gemeinsamen Tun wachsen kann.

Bleib neugierig,

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Stefan Schneider ist Impulsgeber der Initiative Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft.

Lass Dich inspirieren von den Einblicken in die gelebte Praxis unserer Impulsgeber.

Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: Arbeitswelten, Lebenswelten, Live@Work!, Architektur, Interieur, Raumgestaltung, Kreativität, Leistungsfähigkeit, Effektivität, Effizienz, Coworking, Kollaboration, Kooperation, Unternehmensdemokratie, Holakratie, nachhaltiges Investieren, Bauen und Betre



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