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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen?

22.09.2015 – Leben und arbeiten gehören zusammen – wenn man weiß, was man will und seine Träume verfolgt. Dass die Umsetzung solcher Weisheiten nicht so leicht fällt, zeigt die aktuell vielfältige Ratgeberliteratur zum Sinn und Unsinn unserer Ziele und Wege. Entscheidend ist doch, was wir am Ende unseres Lebens von uns sagen können wollen. Uff, das klingt nach verdammt viel Verantwortung. Also: Ziele verfolgen? Ja, aber bitte nicht zähneknirschend und verbittert! In der Arbeitswelt gelten Lockerheit und Experimentierfreude als unseriös, jeder ist um „professionelles” Auftreten bemüht. Muss das so sein?

Wagen wir Humor: Er killt die Ängste, macht Platz für Kreativität und Neues – und ebnet so den Weg für Innovation und dauerhaften Erfolg.

Die größte Frage, die sich mir bezüglich Arbeitswelten stellt: Warum haben wir immer noch die 40-Stunden-Woche? Bei all dem technischen Fortschritt und dem gesellschaftlichen Wohlstand? Jeder Kondratieff-Zyklus hat weitere Verbesserungen gebracht – und trotzdem rackern sich die Menschen zu Tode.

Wer legt denn fest, dass es genau 40 oder mehr Stunden braucht, um sich ein gutes Leben leisten zu können? Und was heißt schon gutes Leben? Zu viele kommen nach so einem Arbeitstag geschafft nach Hause, essen, schauen fern und gehen ins Bett. Für Nachdenken über Grundsätzliches, ehrenamtliches Engagement oder politische Meinungsbildung bleibt für sie keine Zeit. Ist das so gewollt?


© Tina Teucher: 50 Wochen, abrackern, 2 Wochen chillen? Oder 10 Jahre bis zum Burnout arbeiten, dann 1 Jahr Zwangssabbatical? Wie soll unsere Arbeitswelt wirklich aussehen?

Von Hamsterrad bis Hängematten-Chillen – nur wer fleißig ist, kommt in den Himmel?

Die verschiedensten Arbeitsmodi habe ich erlebt und gesehen. Vor allem während meiner Zeit in Südamerika spürte ich die kulturellen Unterschiede deutlich. Unsere Ergebnisorientierung ist durchaus diskussionswürdig. Im westeuropäischen und anglo-amerikanischen Raum herrscht das calvinistische Arbeitsbild vor: Wer fleißig ist, kommt in den Himmel. Oder hat wirtschaftlichen Erfolg und dadurch ein besseres Leben.

Doch viel zerstört auch viel. Ich kenne mehrere Nachhaltigkeits“vorbilder“, die so viel im Flugzeug reisen, dass ihr CO2-Fußabdruck im Leben nicht mehr auszugleichen ist. Ist das das gute Leben, von dem alle reden?

Andere Leute verbringen die meiste Zeit des Tages in der Hängematte. Sie „schaffen“ nicht viel, aber sie stören auch kaum – andere Menschen und die Umwelt. Wie „gut“ ist unsere Geschäftigkeit eigentlich? Gibt es ein goldenes Mittelmaß?


© Tina Teucher: Tage voll pures Leben: Wie ich zur Kakaopflückerin wurde

Bewusst leben. Erfolgreich arbeiten. Zukunft gemeinsam gestalten.

All mein Streben gilt dem Leben: Ich möchte mit Menschen zusammenarbeiten, die begeisterungsfähig und lösungsorientiert, flexibel und trotzdem zuverlässig sind. Teilen, Teilhaben, Teilsein. In Zeit und Raum. Mit anderen Zeitgenossen. Mit allen Nachfahren. Glück (gemeinsam) erleben und schmieden. Das ist Erfolg.

Deshalb vernetze ich Gleichgesinnte als Sustainable Matchmaker, singe im Chor, teile mein Wissen (u.a. als Dozentin und Moderatorin), tanze gern und übe mich in Dankbarkeit.

Dabei strebe ich danach, die Dinge leichter zu machen. Die Herausforderung: Mit Ernsthaftigkeit für Zuverlässigkeit sorgen. Mit klarer Kommunikation dennoch Freiräume für Kreativität schaffen. Dann hält Menschlichkeit wieder Einzug in unser Arbeitsleben. Denn alle Entscheidungen – sei es privat oder beruflich – werden nun mal emotional gefällt. Lasst uns also die wichtigen Dinge mit Humor nehmen. Dann setzen wir sie auch um. Und darin liegt doch eigentlich der Erfolg.

Tina Teucher

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Tina Teucher ist Impulsgeberin der Initiative Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft und beim EnjoyWorkCamp mit dabei.

Lass Dich inspirieren von den Einblicken in die gelebte Praxis unserer Impulsgeber.

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