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Sowohl als auch: Ratgeber für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in KMU

25.09.2014 – Rechnen sich Investitionen in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Ein klares: Ja! 12 Prozent weniger Fehlzeiten, 22 Prozent geringerer Krankheitsstand. Dafür 14 Prozent höhere Motivation der Mitarbeiter, 13 Prozent mehr Produktivität und 12 Prozent mehr Qualität. Dennoch stehen gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) dem Bewusstsein für die Notwendigkeit von familienfreundlichen Maßnahmen Vorbehalte und Unsicherheiten im Hinblick auf Kosten sowie ein erfolgreiches Umsetzen gegenüber. kmu4family geben einen Überblick über familienfreundliche Personalpolitik und Praxis.

“[…] Ich wünsche mir, dass noch mehr kleine und mittlere Unternehmen eine konsequente familienbewusste Unternehmenspolitik entwickeln und umsetzen. […]” Dr. Nils Schmid MdL, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg. “Geeignete Konzepte für familienfreundliche Angebote können sehr vielfältig sein. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen, den sogenannten KMU, sind häufig kreative und innovative Individuallösungen gefragt. In 2012 wurde daher das Projekt “kmu4familiy – Familienfreundlich zum Unternehmenserfolg” vom Land Baden-Württemberg ins Leben gerufen.” Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft mbH Baden-Württemberg. Insbesondere KMU aus der IT-, Medien- und Kreativwirtschaft sollen bei der Umsetzung unterstützt werden.

Aktuell setzen Mittelständer verstärkt auf unternehmensinterne Ausbildung, auf das Gewinnen von Frauen und älteren ArbeitnehmerInnen sowie auf flexible Arbeitszeitmodelle. Doch für eine familienfreundliche Unternehmenskultur genügt es nicht, Maßnahmen und Möglichkeiten zu entwickeln und anzubieten. “Familienfreundliche Personalpolitik braucht Personen, die dahinter stehen und diese Kultur leben. Den Führungskräften kommt in diesem Punkt eine Schlüsselrolle zu. Sie dienen als Vorbilder und transportieren die Unternehmenswerte.” Simone Rückert, Referentin Personal- und Organisationsentwicklung für kmu4family.

“Die Freude an meiner Arbeit entsteht aus der Überzeugung, einen wichtigen Baustein für die Veränderung unserer Unternehmenskultur zu liefern. Wer ein Ziel vor Augen hat, kann viel mehr Energie und Begeisterung in die eigene Arbeit stecken. Dafür muss sich natürlich jeder darüber im Klaren sein, was er oder sie erreichen will. Ich finde es wichtig, auf die innere Stimme zu hören und gleichzeitig im Austausch mit Kollegen, Freunden und Familie eine gemeinsame Vision zu schaffen.” Sandra Benz, Projekt-Managerin Fachkräftesicherung für kmu4family.

Simone: “Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft bilden bestenfalls eine Einheit. Wir arbeiten heute nicht mehr, um zu leben, sondern suchen eine sinnhafte Arbeit, die unseren persönlichen Überzeugungen und Ansprüchen gerecht wird. Durch die Projektleitung von kmu4family bin ich mit der Beratung bei der Einführung einer familienbewussten Personalpolitik konfrontiert. Im Moment zeigt sich, dass Themen wie Führung verteilter Teams, interne und externe Kommunikation sowie betriebliches Gesundheitsmanagement immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Viele Unternehmen haben das bereits erkannt und befinden sich auf einem guten Weg. Bei anderen besteht noch Aufholbedarf. Hier sind wir mit Freude dabei, diese Entwicklung zu unterstützen. Auf unserem Portal bieten wir unter anderem einen gratis Online-Check Familienfreundlichkeit. Der Unternehmenscheck hilft, Potenziale aufzuspüren und gibt im Anschluss individuelle Tipps zur Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Maßnahmen. Das sind zehn Minuten gut investierte Zeit.”
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Sandra: “Die flexible Ausgestaltung von Arbeitszeiten ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für eine gelungene Umsetzung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Ergebnisse der Studie “Familienmonitor 2012” zeigen, dass sich 89 Prozent der berufstätigen Eltern flexiblere Arbeitszeiten wünschen, insbesondere auch in Notsituationen. Um mehr Raum für zeitliche Flexibilität einzuräumen, ist der Einsatz entsprechender Tools oft hilfreich.”

Laut der aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) gehört das Home Office für viele Arbeitnehmer zum Alltag : “Rund jeder vierte Arbeiter, Angestellte oder Beamte (23 Prozent) arbeitet hin und wieder von zu Hause aus, jeder fünfte (21 Prozent) sogar regelmäßig. Von den Befragten, die derzeit ein Home Office beruflich nicht nutzen, würden 41 Prozent dies gerne tun. Jeder Achte (12 Prozent) wünscht sich die Möglichkeit, regelmäßig von zu Hause aus zu arbeiten, mehr als jeder Vierte (29 Prozent) zumindest hin und wieder.” Andreas Streim, Pressesprecher BITKOM “Unter Arbeitern ist der Wunsch nach Home Office die große Ausnahme – 79 Prozent haben daran kein Interesse. Ganz anders sieht das Bild aus, wenn man die Selbständigen und Freiberufler betrachtet. Von ihnen nutzen alle die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.”

Simone: “Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie können Beschäftigte ortsunabhängig Projekte abwickeln, kommunizieren und in Teams zusammenarbeiten. Um familienfreundliche Arbeitsbedingungen effizient im Unternehmen anbieten und umsetzen zu können, bedarf es einer Prüfung und Anpassung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsabläufe. Mit dem MFG-Leitfaden Familienfreundliche Arbeitsorganisation fassen wir von der Innovationsagentur IT-Tools zur Unterstützung dieser Flexibilität zusammen.”

Mit ihrem Ratgeber geben Sandra und Simone zudem einen kleinen historischen Exkurs: Vom Leitfaden Telearbeit des BMAS aus dem Jahr 2001 bis hin zu den Grundsätzen “Wie flexibles Arbeiten zum Erfolg wird – Regeln für Arbeitgeber & Arbeitnehmer” von Microsoft Deutschland GmbH und Gallup GmbH aus dem Jahre 2013 stellen kmu4family das Spektrum der Möglichkeiten rund um die freie Wahl des Arbeitsorts vor.

Den Befürchtungen für “Telearbeit” — wie beispielsweise die mögliche soziale Isolation, schlechtere Karriere-Möglichkeiten, Selbstausbeutung durch eine fehlende Trennung von Beruf und Privatleben (BMAS 2001) — stellen sie Lösungsvorschläge gegenüber und verlinken auf verschiedenste Publikationen unterschiedlichster Akteure und Impulsgeber.

Sandra: “Zu Familienfreundlichkeit gehört aber auch das Thema Gesundheit. Gesundes Essen in der Kantine, Sport und Entspannungstraining in den Pausen oder im Anschluss an die Arbeit, medizinische Vorsorgeangebote, Seminare und Trainings zum Thema Stressbewältigung und Zeitmanagement.”

Simone: “Apropos Stress: Eine Möglichkeit, Stress für berufstätige Eltern zu reduzieren sind Eltern-Kind-Arbeitszimmer, Ferienbetreuung, ein eigener Betriebskindergarten, Belegplätze, Kindertagespflege und die Zusammenarbeit mit Familiendienstleistern. Die Ferienzeit ist für berufstätige Eltern eine besondere Herausforderung. Der Jahresurlaub reicht nicht aus, um die gesamten Schulferien abzudecken. Um Eltern hier zu entlasten, unterstützen immer mehr Unternehmen ihre Beschäftigten durch das Angebot eines betrieblich geförderten Ferienprogramms. Oft entstehen hier auch Kooperationen mit anderen Unternehmen oder kommunalen Akteuren.”

Sandra: “Fürsorge gilt natürlich nicht nur für die Kinder. Immer mehr Beschäftigte kümmern sich neben dem Beruf um ihre pflegebedürftigen Eltern, Großeltern und Partner. Mit der Einführung des Familienpflegezeitgesetzes im Jahr 2011 haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit, ihre Stundenzahl so weit zu reduzieren, dass sie parallel zur Pflege von Angehörigen weiterhin erwerbstätig sein können. Das ist nicht nur gut für die Betroffenen. Die Unternehmen verlieren ihre qualifizierten Mitarbeiter nicht sondern können sie vielmehr ans Unternehmen binden.”

Mit dem Ratgeber “Familienfreundliche Personalpolitik” von kmu4family finden Leser also eine umfassende Übersicht über die wichtigsten Informationsquellen zu den wichtigsten Handlungsfeldern:

  • Arbeitszeit
  • Arbeitsort
  • Arbeitsorganisation
  • Kinderbetreuung
  • Pflege

Das Projekt kmu4family wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft gefördert. So stehen die Informationen nun allen Interessenten kostenfrei zur Verfügung:

Weiterlesen: Zu den Profilen von Sandra Benz und Simone Rückert – beides Impulsgeberinnen unserer Initiative Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft. Ich freue mich, dass sie mit kmu4family Kooperationspartner unserer Initiative sind und sich auch im Rahmen des EnjoyWorkCamps Stuttgart 2014 mit Rat & Tat sowie ihrem Praxiswissen einbringen.

Fotos und Grafiken: kmu4family, ein Projekt der MFG Baden-Württemberg mbH – Innovationsagentur für IT und Medien Baden-Württemberg

Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: Arbeitswelten, Lebenswelten, Vereinbarkeit, Familie, Beruf, Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsorganisation, Kinderbetreuung, Pflege, Fürsorge, Personal, kmu4family, MFG Baden-Württemberg, Mittelstand, kleine Unternehmen, KMU, Praxis



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