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Erfolg mit Sinnkopplung, Entscheidungsverantwortung und Freude an der Arbeit

02.07.2015 – "Für mich ist Freude an der Arbeit immer das grundlegende Element, warum ich morgens aufstehe und wohin ich gehe. Ich habe es geschafft, mit dieser Freude andere anzustecken. Was bringt dieses Anstecken? Sind wir ganz ehrlich: Es bringt bares Geld aufs Konto. Kunden finden es gut, wenn jemand kommt, der das was er macht, gerne macht. Es gefällt Ihnen, wenn jemand kommt, der mehr Engagement für den Kunden hat als ihn nur abzuarbeiten; Dienst nach Vorschrift zu schieben. Es ist nicht immer einfach. Doch Freude und Sinn an der Arbeit sind durch kein Gehalt zu ersetzen." Gebhard Borck

Für mich ist Freude an der Arbeit immer schon das grundlegende Element, warum ich überhaupt morgens aufstehe und wohin ich gehe. Das zeichnet aus, was ich gemacht habe. Warum bin ich Freiberufler? Ich bin auf eigene Rechnung tätig, weil ich nicht in klassische Strukturen passe, wo einem Spaß verboten wird, um ordentlich zu arbeiten. Ich passe in Strukturen, wo wir Spaß haben, ordentlich zu arbeiten.

Das war früher nur schwer möglich. Heute gibt es immer mehr Arbeitsplätze, die das bieten. Vor fünfzehn Jahren waren solche Jobs die Nadel im Heuhaufen. Also machte ich mich selbständig und hatte fortan Spaß an meiner Arbeit. Fehlte der Spaß, ließ ich es bleiben. Das ist die Freiheit des Freiberuflers.

Ich schaffte es tatsächlich, mit meiner Freude andere anzustecken. Was bringt dieses Anstecken? Sind wir ganz ehrlich: Es bringt bares Geld aufs Konto. Das heißt, dass Kunden es gut finden, wenn jemand kommt, der das was er macht, gerne macht. Es gefällt Ihnen, wenn jemand kommt, der mehr Engagement für den Kunden hat als ihn nur abzuarbeiten; Dienst nach Vorschrift zu schieben. Von dem mehr kommt, als lediglich seine drei Tage abzuwickeln, die er in der Woche beim Kunden machen muss und seine vierzig Stunden im Monat fakturiert.

Kunden finden gut, wenn jemand kommt und mitmachen will. Wenn sie einen Partner an ihrer Seite wissen, der Spaß an der gemeinsamen Sache hat. Der lösen will. Der sich freut, wenn es die Lösung gibt. Der mit rumkniffelt, wenn die Lösung noch fehlt. Und das bin ich. So gehe ich in die Arbeit rein. Ich mache das seit fünfzehn Jahren. Ich will es nicht mehr missen. Und es wird immer mehr genau so.

Ich empfehle anderen diese Art zu leben und zu arbeiten, weil es uns näher zu uns selbst bringt. Es mich zufriedener macht. Und – jetzt kommt das Allerschlimmste – es ist schlicht und einfach möglich.

Leute, lasst Euch nicht einreden, es wäre unmöglich. Lasst Euch nicht weismachen, man könne keinen Spaß bei der Arbeit haben. Oder Beruf irgendwie ernst wäre. Oder Broterwerb mit dem normalen Leben draußen nichts zu tun hätte. Und es einen Unterschied zwischen Privat und Erwerbstätigkeit gäbe. Das gibt es nicht. Das ist alles Quatsch.

Jeder kann Spaß haben bei der Arbeit

Begeisterung für die Arbeit gehört einfach dazu. Manchmal ist es peinlich. Das ist auch ok. Das kann auch schon wieder Spaß machen. Wenn Du jedoch die Freude nicht mehr hast, dann fehlt Dir ganz viel im Leben. Es fehlt Wert im Leben. Dieser Wert ist durch kein Gehalt aufzuwiegen.

Quelle: CC-BY-ND 2015 Gebhard Borck über Freude an der Arbeit – Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft, op. 1

Wodurch entsteht Freude an der Arbeit?

Ich denke da an eine Sachbearbeiterin, die ich zurzeit in einem Projekt begleite. Sie machte ihren Job. Sie machte ihn gut. Sie erledigte ihn in den Stunden, in den sie ihn zu erledigen hatte. Sie war jedoch nicht mit Freude dabei.

Dann kamen wir, ihr Geschäftsführer und ich. Wir sagten den Mitarbeitern: “Euer Vorgesetzter hat gekündigt. In Zukunft übernehmt ihr deshalb seine Verantwortung mit.” Das freute sie erst einmal gar nicht. Sie sagte: “Ohhrrr, das ist aber viel! Da kommt immer mehr.” Und wir antworteten: “Ja, genau das wollen wir.”

Später stellte sie fest: “Wenn ich Verantwortung übernehme, kann ich gestalten. Wenn ich Dinge anders machen will, wenn ich etwas ausprobieren will, kann ich das jetzt tun. Denn, sollte der Chef zu mir kommen und sagen, ich dürfe das nicht, könnte ich jederzeit entgegnen: Aber ihr habt mir doch die Entscheidungsverantwortung übertragen …”

Nach und nach hat sie getan und sich gewundert. Denn wir freuten uns, dass sie autonom handelt und entscheidet. Schließlich freute sie sich mit uns. Seither macht ihr ihre Arbeit Spaß. Jetzt kommt mehr Verantwortung. Sie muss noch mehr eigenständig vorwärtsbringen. Dabei wiederholt sie: “Orrrr, das ist aber immer noch mehr.” Doch sie grinst schon dabei. Sie lacht dann: “Zurück will ich auf keinen Fall! Lass uns mal weiter gehen. Lass uns Spaß haben.”

Das Faszinierende ist: An ihrem Arbeitsinhalt, dem Stress, den sie bei ihrer Arbeit hat, dem Stress beim Telefonieren und den unangenehmen Momenten zum Beispiel mit ihren Kollegen – das ist alles gleich geblieben.


Gebhard Borck über Sinnkopplung und führen mit Sinn.

Mit Sinnkopplung steigt der Wert Deiner Firma

Was sich veränderte ist, dass sie den Sinn ihrer Arbeit besser erkennt. Sie kann sich als Mensch mehr einbringen. Sie verwirklicht sich sinnhaft in ihrer Tätigkeit. Weil sie selbständig gestalten kann. Und weil sie merkt, anstatt es zu geben fordern wir es. Das ist kein “nice to have” bei dem das Management zugesteht, Du darfst mal ein bisschen mitentscheiden.

Stattdessen geht es der Firma wie auch ihr schlechter, wenn sie die ihr übertragene Verantwortung ungenutzt lässt. Das merkt sie. Das koppelt sie an das Unternehmen an. Das bindet sie tatsächlich noch stärker an die Firma, als es eh schon war. Und es macht ihr – seltsamerweise – Freude, obwohl sie genau den gleichen Stress, genau die gleiche Frustration wie vorher auch erleidet. Nur eben in einem anderen, einem sinnhaften Kontext für sie.

Erfolg mit Sinnkopplung, Entscheidungskompetenz und Freude an der Arbeit

Was für sie hinzugekommen ist: Sie muss die Prozesse besser verstehen. Sie muss mit ihren Kollegen anders sprechen. Sie muss auf sie zugehen und von ihnen Dinge einfordern. Sie muss mit ihnen Arbeitspakete abklären. Sie muss selbst ihre Schnittstellen managen. Das war vorher alles an die Führung delegiert.

Das sind Dinge, an denen man merkt: In dem Maße, wie sie es macht, freut sie sich, dass sie es meistert; dass sie Leute hat, die ihr auf die Schulter klopfen und sagen:

“Es ist nicht nur gut, dass Du das tust. Es ist wichtig für die Firma. Und wir sehen es drei Monate später in den Ergebnissen. Wir können Dir zeigen, es ist besser. Die Fehler gehen zurück. Unsere Durchlaufzeiten sinken. Das haben wir vor allem deswegen, weil Du Spaß an dem hast, was Du tust. Es ist keine intelligente Idee von uns, die hier wirkt. Stattdessen hast Du Freude, mit Deinen Kollegen konstruktiv zielorientiert umzugehen. Du siehst Sinn in dem, was wir machen. Den kannst Du nur sehen, wenn Du den Überblick gewinnst. Wir freuen uns, dass Du Dich darauf eingelassen hast. Jetzt machst Du mit!”

Wir wollen denken,
Gebhard

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Gebhard Borck ist Impulsgeber und Kooperationspartner der Initiative Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft und beim EnjoyWorkCamp mit dabei.

Lass Dich inspirieren von den Einblicken in die gelebte Praxis unserer Impulsgeber.

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