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Blogperlen EnjoyWork, opus 2 / Teil 1

01.04.2017 – Vielen herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen zum ersten "opus". Ich hatte fast vergessen, wie schön es ist, mit Euch im Austausch zu stehen und zu bloggen. ;-) Wohlan, machen wir wohlgemut gleich weiter. Diese Woche geht es um disruptive Geschäftsmodelle als Antwort auf die VUKA-Welt. Wir streifen Intuition sowie Führungsmethoden der Konzepte Holakratie und Betriebswirtschaft mit Menschen, die Nachhaltigkeitskonzepte Blue Ocean und Faktor 5; und was das für Produkt-Management, Business-Intelligence, FinTech, digitale Barrierefreiheit und Geschäftsmodelle einer Firma bedeutet.

Angeknüpft: Holakratie und unser Umgang mit VUKA

In den ersten Blogperlen verwies ich unter anderem auf Andreas’ und Marks Beiträge zu Holakratie. Ivo Mersiowsky ist die kritische Würdigung von Frederic Laloux’ und Ken Wilbers Werk “Reinventing Organisations” ebenso ein Anliegen. In einer Blogserie griff er die integrale Theorie der beiden auf, stellt sie in den Kontext weiterer Werke und überlegt, was das für ein auf Nachhaltigkeit orientiertes Produkt-Management bedeuten könnte.

Im Kern seiner Blogserie stellt er den Bezug zur VUCA-Welt her. Wir erinnern uns: volatil = sich schnell wandelnd, uncertain = unsicher, complex = komplex, ambiguous = ambig, vieldeutig. Im Deutschen demnach auch als VUKA abgekürzt.

“[…] Waren wir es bislang gewohnt, aufgrund von recht eindeutigen Daten und Informationen zu planen, zu entscheiden und arbeitsteilig auszuführen, so versuchen wir nun aufgrund unscharfer Eindrücke einer unübersichtlichen und schnell veränderlichen Umgebung unseren Düsenjäger irgendwie auf Kurs zu halten.” Dr. Ivo Mersiowsky

Daraus schließt Ivo:

VUCA setzt eine andere Denkhaltung voraus […] Dementsprechend verändert sich auch unser Verständnis von Führung: Die Führungskraft in der VUCA-Welt ist nicht Funktionsträger, sondern als ganzer Mensch am Schnittpunkt technischer und sozialer Systeme tätig. Ob strategische oder operative Entscheidungen, sie beinhalten gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche, marktbezogene und umweltbezogene Dimensionen. Und je nachdem wie VUCA das Umfeld ist, es beeinflusst wie gut wir


  • Trends erfassen und in ihrer Relevanz für das Unternehmen beurteilen können;

  • die Auswirkungen von Entwicklungen und unser Verhaltensalternativen abschätzen können;

  • Zusammenhänge erkennen und Wechselwirkungen deuten können;

  • uns auf alternative Szenarien, Herausforderungen und Krisen vorbereiten;

  • Marktchancen zu nutzen verstehen.

Ganz offenkundig sind diese Fähigkeiten für das Unternehmen überlebenswichtig und wirken als Differenzierung im Wettbewerb. Um erfolgreich zu sein, benötigen Unternehmen und ihre Führungskräfte also VUCA-Kompetenzen. Wir können das als eine Art Fitness deuten, einen smarten Umgang mit der VUCA-Welt.”

Ergänzung von mir: Das gilt natürlich nicht nur für die Chefs, sondern für alle Mitarbeiter. Dazu unten mehr.

Fitnes-Check für Deine Firma – bereit für die VUKA-Welt?

Nachdem uns Ivo im ersten Beitragt Sichtflug durch den Dschungel den veränderten Kontext näher bringt, rät er zum Fitness Check hinsichtlich Ressourcen und Kompetenzen. Ihm folgt das Upgrade des Betriebssystems. Hier geht Ivo auf die Entwicklungsstufen eines Betriebs ein. Hat die Firma ihre Hausaufgaben gemacht und Konformität als Chance begriffen, eröffnet er uns die Möglichkeiten von Partnerschaft in Wertschöpfungsketten. Seine These: Lieferketten sind nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Ivo schreibt dazu:

“Durch die Erweiterung der Prozesskostenrechnung (Activity-based Costing) zum Activity-based Footprinting (ABF) gelingt die Einbeziehung der Wertschöpfungskette, und die Partner können gemeinsam Optimierungspotenziale abwägen. […] Für diesen Reifegrad benötigen wir ein koordinierendes, vielleicht sogar visionäres Produkt-Management („Experienced“). Eine streng arbeitsteilige Organisation mit Funktionsbereichen tut sich andernfalls schwer mit den am Kundennutzen und am Wertstrom orientierten Abstimmungsprozessen.
Der Produkt-Manager wird also nicht mehr nur vermitteln, sondern Lösungen abstimmen und durchdrücken. Bei der Einbeziehung von externen Partnern spielt er als Repräsentant des Unternehmens die Schlüsselrolle. Gerade wenn neben der Effizienz (Produktivität als Kundennutzen je Ressourcenaufwand) auch Effektivität und vielleicht sogar Suffizienz eine Rolle spielen, gelingt eine Selbstverpflichtung nur mehr mit der Kraft einer Marke und mit konsequentem Blick auf die Kundenerwartung.”

Nun glaube ich nicht, dass sich Einzelinteressen oder die Interessen einer Firma dauerhaft erfolgreich “durchdrücken lassen”. Unterschätze nie die Intelligenz und die Sinnkopplung von Menschen! In einer Betriebswirtschaft mit Menschen stellen wir ein humanistisches Weltbild ins Zentrum unseres Denkens. Wir gehen von einem mündigen, aufklärerischen Menschenbild aus.

Meine These: Wir können auf VUKA nur mit cleveren, sich selbst steuernden und autark entscheidenden wie handelnden Mitarbeitern antworten. Inwieweit diese mit dem Gemeinschaftssinn einer Firma (also beispielsweise auch den Fragen rund um Nachhaltigkeit) agieren, hängt wiederum davon ab, wie es uns gelingt, mit Sinn zu führen. Wer ihn noch nicht kennt, dem empfehle ich an dieser Stelle, den Fachartikel von Gebhard Unsere Firmen brauchen kluge Diktatoren und das Gespräch, dass ich mit ihm dazu führte (Brauchen unsere Firmen Demokratie oder kluge Diktatoren?).


Foto: Ivo Mersiowsky

Vom Dschungel kopfüber in den Ozean

Doch zurück zu Ivos Artikelserie: Nachdem wir uns also bis zur vierten Stufe – Reinventing Organisations nennen es die “post-moderne Organisation (Grün)” mit werteorientierter, pluralistischer Grundhaltung – vorarbeiteten, widmet sich Ivo in seinen letzten beiden Artikeln der Produktentwicklung und dem Markt. Seine Aufforderung: Mehr mit Weniger, womit er die Gedanken von Laloux, Wilber und vielen anderen aufgreift.

Ich empfehle an dieser Stelle noch das Buch Faktor 5 [*] von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael Smith. Es ist ihre Antwort auf die Frage, wie wir Rohstoffe effizienter nutzen und mit dem Einsatz neuer Technologien Wohlstand und Lebensqualität wachsen lassen können.

[* Amazon Affiliate-Link. Erlöse kommen der Initiative EnjoyWork zugute.]

Schließlich eröffnet uns Ivo mit Blauer Ozean das Innovationspotenzial für neue Geschäftsmodelle. Die VUKA-Welt hat ihren Schrecken verloren.

“[…] denn wir haben die dafür notwendigen Fähigkeiten gemeistert, neue Kernkompetenzen entwickelt. Und wir erkennen, dass die Reise hier nicht endet, sondern unser Ziel ein Tor zu neuen Welten ist. Wir verändern den Wettbewerb durch neuartige Wertschöpfung: man spricht ja derzeit gerne von disruptivem Wandel. So lassen wir den Dschungel hinter uns, … nur um uns anschließend in die Wogen eines wilden Meeres zu stürzen. […] Die nun anstehende Herausforderung wird metaphorisch mit der Blauen Ozean-Strategie (Blue Ocean Strategy nach Kim und Mauborgne 2014) beschrieben. Indem wir Unternehmenszweck und Kernkompetenzen als Kompass verwenden, gelangen wir in konkurrenzlose Märkte.”

Lasst uns an dieser Stelle eine Zäsur machen. Im nächsten Teil dieses opus geht es dann darum, wie wir mit diesen Kenntnissen digitale Geschäftsmodelle entwickeln können.

Bleibt neugierig,

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Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: VUKA, VUCA, Geschäftsmodell, Disruption, digitale Barrierefreiheit, Führung, Holakratie, Betriebswirtschaft mit Menschen, Nachhaltigkeit, Blue Ocean, Faktor 5, Produkt-Management, FinTech, Unternehmertum



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