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Blogperlen EnjoyWork, opus 2 / Teil 2

02.04.2017 – Nachdem wir uns im ersten Teil dieser Blogperlen mit den konzeptionellen Zusammenhängen der VUKA-Welt im Kontext von Holakratie, Nachhaltigkeit und NewWork auseinander setzten, lasst uns nun schauen, welche disruptiven Geschäftsmodelle aktuell für die digitale Gesellschaft entstehen. Wir wandern von der Banken- und FinTech-Welt zu Genossenschaften. Wir gehen erste Schritte in Sachen Barrierefreiheit für Internetseiten und hinterfragen innovative Ansätze von Inklusion bis hinein in unser Innerstes und der Professionalisierung von Intuition als Basis für eine Wirtschaft mit Menschen.

Disruptive Geschäftsmodelle – Geschäftsmodelle für die digitale Gesellschaft

“”[…] Neue Geschäftsmodelle beruhen auf alternativen Lieferketten, cyber-physikalischer Infrastruktur (CPS) und alternativen Bezahlmodellen. Das materielle Produkt ist möglicherweise nur mehr ein Anker, ein Schlüssel zu digitalen Services. Demzufolge entfallen viele Probleme, die durch Bindung oder gar Verbrauch materieller Ressourcen entstünden. Doch zum einen bringt gerade die Skalierung von Netzwerken neue Herausforderungen für die physikalische Materialwirtschaft und Logistik mit sich. Und zum anderen wird der Erfolg von Innovationen mehr denn je auf dem Verwertungskonzept und nicht allein auf der F&E-Leistung beruhen.
Die vierte Entwicklungsstufe lässt das klassische Produkt-Management hinter sich, indem Software und Service den zumeist größeren Bestandteil der Wertschöpfung ausmachen. Dabei kommt dem Produktmanagement indessen nicht weniger, sondern sogar größere Bedeutung zu. Denn die Wertschöpfung findet in vernetzten Produktionssystemen und industriellen Ökosystemen statt. Agilität und Nachhaltigkeit bleiben wesentliche Kriterien.
Übrigens sind Entwicklungsstufen und Reifegrade eben auch nur Beschreibungsversuche und Modelle: Jürgen Appelo (2016) betont, dass es vielmehr um die individuelle Beziehungsqualität und spezifische Interaktionsmuster geht. Unsere Haltungen und Verhaltensweisen bewusst wahrzunehmen und situativ zu entscheiden, ist daher der beste Beginn auf dem Entwicklungspfad zu einem agilen und nachhaltigen Produkt-Management.”


Dr. Ivo Mersiowsky

Utopisten wie Dystopisten der digitalen Gesellschaft beschäftigen sich vermehrt mit diesen disruptiven Arten, bestehende Geschäftsmodelle nicht nur zu hinterfragen, sondern sie vollständig zu verdrängen. Boris Janek teilte gestern einen spannenden Artikel von Ralf Keuper, der im Bankstil-Blog über die neuesten Trens in Sachen FinTec informiert: Bezahlen mit der Digitalen Identität, oder: Identity is the new money.

Zweiter lesenswerter Artikel ebenda: Banking in der Identity Economy, wobei es nicht nur ums Bankwesen, sondern überhaupt um neue Finanz-Konzepte und Bezahlmethoden geht. Wer jetzt denkt, ach Fin-Kram, was hat das mit mir zu tun?! Apple als (Investment-)Bank. Sehr wohl! Mal ganz davon abgesehen, dass die heute noch halbwegs unterscheidbaren Medien-Kanäle immer stärker ineinander verwoben sind und es letztlich um zwischenmenschliche Kommunikation geht (was große Marktakteure und Fans von “Big Data” nur zu leicht übersehen). Mit anderen Worten: Die digitale Transformation unserer Gesellschaft ist sehr weitreichend. Dynamisch und unvorhersehbar entwickeln sich bewährte, unternehmerische Konzepte und Methoden weiter.

Was mich zu der Frage brachte: Was können wir im Kleinen tun, um uns auf den Weg zu machen? Was sind erste Schritte zu einem Geschäftsmodell für die digitale Gesellschaft? Und wie so oft, wenn ein (neuer) Gedanke durch die Hirnwindungen blitzt, fallen uns korrespondierende Dinge in unserem Umfeld auf. So viel zum Thema selektive Wahrnehmung ;-)

Mir fiel also ein Tweet von Johannes Mairhofer ins Auge, in dem er zu mehr digitaler Barrierefreiheit aufrief. Ein kurzes Austauschen via Twitter-Direkt-Nachricht und ein vertiefendes Gespräch war beschlossene Sache.


Foto Sandra Schink

Digitale Barrierefreiheit – Kleine Sache, große Wirkung mit Mehrwert für alle

Johannes und ich unterhalten uns über virtuelle wie reale Barrierefreiheit und wieso das jeden angeht. Wir beide stehen dafür, dass dieses Thema abgestaubt gehört und aus der Filterblase der “Behindertenfreundlichkeit” raus muss. Warum, darüber sprechen wir natürlich auch.

Johannes gibt wertvolle Tipps, wie man mit simplen Maßnahmen Internetseiten bedienerfreundlicher für jedermann gestalten kann. Im weiterführenden Link am Ende der Seite finden sich dazu vertiefende Infos, wen das Thema genauer interessiert.

Und wir tauschen uns über seine Idee zu einem UnityCamp aus. Ein Treffen, bei dem Johannes – ich zitiere – “… allgemein das Thema der gesellschaftlichen Vielfalt sehen [will]. Also z. B. auch Transgender, Freigeister, Anders- und Querdenker, Einhornzüchter und Verrückte. Einfach um die Menschen aus ihrem Horizont zu holen und zu zeigen: Hey, der eigene Weg ist zwar vielleicht ok, aber nicht der einzige.”

Johannes nimmt seine Sehbehinderung mit viel Humor. Ein Auge ist genug. Wie ihm das zu Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft verhilft, erzählt er mir in einem erfrischend unkomplizierten Gespräch. Unser Fazit: Inklusion. Nur in cool. Darum geht’s.

Intuition – Herz und Bauch vertrauen

Im Umgang mit einer VUKA-Welt gilt es, den Herausforderungen von Unbeständigkeit, Unsicherheit und Dynamik zum Trotz, kluge Entscheidungen zu treffen. Im unternehmerischen Kontext schließt das ebenso ein, die Intelligenz der Vielen zu nutzen. Dies geht jedoch nur, wenn wir uns (und unsere Sinnkopplung) wieder spüren und lernen, uns selbst zu vertrauen. Andreas Zeuch nennt dies das “Professionalisieren der Intuition”.


Foto Andreas Zeuch

“[…] Die Probleme rationaler Entscheidungsstrategien auf Basis gründlich recherchierter Zahlen, Daten und Fakten werden größer werden. Intuition kann dem entgegenwirken. […] Intuition ist ein unbewusstes Urteil, dass auch im Nachhinein nicht erklärt werden kann. Dieses Urteil zeigt sich als Erkenntnis oder Handlungsimpuls. Intuition geht einher mit Gefühlen und/oder Körperwahrnehmungen. […] Der Umgang mit Intuition ist im Berufsleben immer noch zwiespältig: Entweder werden Bauchentscheidungen unreflektiert gelebt oder mit pseudo-rationalen Argumenten abgelehnt. Pseudo-rational insofern, als dass gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über Intuition einfach ignoriert werden. Ein gesundes Mittelmaß fehlt in den meisten Fällen. Dazu bedarf es des Schrittes, Intuition überhaupt als professionelle Kompetenz mit ihren Stärken und Schwächen anzuerkennen.” Dr. Andreas Zeuch

In seinem Beitrag Keine Agilität ohne Intuition klärt er die Terminologie aus seiner Sicht und stellt den Bezug zu agilen Vorgehensweisen in der VUKA-Welt her.

Wer sich intensiver mit diesem Thema und der Anwendung in der Praxis auseinandersetzen will, sei Andreas’ Buch Feel it. So viel Intuition verträgt Dein Unternehmen [*] empfohlen. Sehr lesens- und danach handelnswert!

[* Amazon Affiliate-Link. Erlöse kommen der Initiative EnjoyWork zugute.]

Lasst uns an dieser Stelle eine weitere Zäsur machen. Im dritten Teil dieses Blogperlen opus findet Ihr Neuigkeiten und Tipps aus der Community. für die Community.

Bleibt neugierig,

Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: VUKA, VUCA, Geschäftsmodell, Disruption, digitale Barrierefreiheit, Führung, Holakratie, Betriebswirtschaft mit Menschen, Nachhaltigkeit, Blue Ocean, Faktor 5, Produkt-Management, FinTech, Unternehmertum



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