News & Presse

Erwerbstätigkeit muss menschlicher werden.

30.05.2014 – Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der wir die begriffliche Trennung von Leben und (Erwerbs)Arbeiten nicht mehr brauchen. Ich wünsche mir ein Leben, das von verschiedenen Arbeiten durchdrungen ist. Ich wünsche mir, dass die Überbewertung der „gut dotierten Erwerbsarbeit“ aufhört. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der das Wickeln eines Babys den gleichen Respekt erfährt wie das Führen eines Unternehmens. Meine utopische Vision ist die einer Arbeitswelt, in der Begriffe wie "Humankapital" nicht mehr benötigt werden. Der Wert eines Menschen lässt sich nicht mit einer Skala erfassen.

“In Kennzahlen- und Profit-beherrschten Arbeitswelten werden Mitarbeiter zu austauschbaren Prozesselementen. Die Reduktion auf Nützlichkeit führt auch zwangsläufig zu der Frage nach dem Wert eines Arbeitnehmers. Eine bedeutsame betriebswirtschaftliche Vokabel ist die Wertschöpfung. Das ist ein abstrakter und unpersönlicher Begriff. Dann kommt die Prozessdefinition. Dann die Optimierung. Irgendwann wird die Bewertung persönlich. Ich glaube, der Wert des Menschen ist unermesslich.” Dr. Eberhard Huber, freiberuflicher Projektleiter in Forschung, Lehre und Praxis.

Wenn der Naturwissenschaftler von Menschlichkeit im Zusammenhang mit Zukunft der Arbeit spricht, so hat er weiterhin im Kopf: “Menschen sind soziale Wesen. Kooperation ist daher erfüllender als Konkurrenz. Arbeitswelten mit Zukunft gehen auf das Grundbedürfnis nach Vertrauen und einem Gefühl der Sicherheit ein.”

“Wir sind nicht als Einsiedler geboren. Es funktioniert nicht, sich in ein stilles Kämmerchen zu setzen und in Meditation und Reflexion der eigenen Fähigkeiten seine Identität zu finden. Identität ergibt sich vielmehr aus der Interaktion mit anderen. Bewusste individuelle Fähigkeiten, Rückmeldungen von einem Gegenüber, persönliche Erfolgserlebnisse und erfolgreiches Zusammenarbeiten sind wichtige Bausteine für die Suche nach der eigenen Identität.”

“Die größte Herausforderung der nächsten 20 Jahre wird in der Gestaltung eines Übergangs vom aktuellen zu einem nachhaltigeren und menschlicherem Wirtschaften liegen. Wie können wir Menschlichkeit in bestehendem Kontext wahrnehmen? Wie können wir sie in unserem Tun stärker berücksichtigen? Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass das reibungslos vonstatten gehen kann. Im Gegenteil – meine Erfahrung zeigt, dass es schmerzhafte Reibungspunkte gibt.”

“Wenn soziale Interaktion und Kooperation zugelassen wird, entstehen Führungskonflikte an und mit der in vielen Unternehmen meist statischen Hierarchie. Ich versuche, in meiner Arbeit einen Rahmen zu schaffen in dem sich alle mit ihren individuellen Fähigkeiten einbringen können. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Wenn sich der gemeinsame Aufgabentopf langsam mit Erfolgserlebnissen füllt, wächst auch das Vertrauen ineinander. Das wachsende Vertrauen ist dann der Steigbügelhalter für die nächsten Aufgaben.”

“Ich würde mich freuen, wenn Initiativen wie die EnjoyWorkCamps zu einem mittelfristigen Umdenken beitragen.”

Dr. Eberhard Huber

Weiterlesen: Zum Profil von Dr. Eberhard Huber, Kooperationspartner der Initiative. Als Impulsgeber unserer Initiative ist er beim EnjoyWorkCamp mit dabei.

Sehr lesenswert sind auch Eberhards Blogbeitrag “Der Wert des Menschen ist unermesslich” und das Interview “Gelassen und entspannt führen”.

Dieser Artikel wurde verschlagwortet mit: Lebenswelten, Arbeitswelten, Erwerbsarbeit, Gesellschaft, Respekt, Führen, Mensch, Menschlichkeit, Kooperation, sozial



Weitersagen heißt unterstützen

Dir gefällt dieser Artikel? Bitte empfehle uns gern weiter in Deinem Netzwerk. Vielen Dank!

Aus Gründen des Datenschutzes ist diese Funktion zum Teilen per default inaktiv. Mehr erfährst Du über den Button i.
Über das Zahnrädchen kannst Du Deine gewünschte Standard-Einstellung wählen.

Service

Webcode dieser Seite: 27

Diese Seite wurde verschlagwortet mit: Lebensqualität, Freude, Arbeit, Wirtschaft, Sinn, Sinnvoll Wirtschaften, Nachhaltigkeit, Eco-Business, Social-Business, Gemeinwohl, GWÖ, Ökonomie, Umwelt, Strategie, Strategisches Marketing, Marketing-Kommunikation, effizient, ökologisch, sozial