Carina Thewald im Profil

Carina Thewald ist Impulsgeber unserer Initiative. Alle Akteure findest Du in unserer Impulsgeber-Liste.

Carina Thewald, Ingenieurin in der Software Entwicklung aus Abstatt.

Carina Thewald

Ingenieurin in der Software Entwicklung

Bosch Engineering GmbH
Neckarwestheim
Baden-Württemberg | Deutschland

bosch-engineering.de

Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft...

Lebens- und Arbeitswelten mit Zukunft bedeuten für mich, in einer Welt zu leben und zu arbeiten, die es jedem Lebewesen ermöglicht, sich frei entfalten zu können. Im Hinblick auf unsere Umwelt heißt das, dass wir verantwortlich mit der Natur, den Tieren und Ressourcen umgehen. Grundlage dafür ist eine Arbeitswelt und –kultur, die genau das ermöglicht: weg von Zielvorgaben, die ohne Rücksicht auf Verluste nur auf den eigenen Unternehmensprofit aus sind und dabei die arbeitenden Menschen am untersten Ende der Hierarchiepyramide gnadenlos ausnutzt.

Am deutlichsten lässt sich dies z.B. in der Textilindustrie in Ländern wie Bangladesch erkennen, in denen Menschen täglich unter unmenschlichen Bedingungen unendlich schuften um am Ende nicht einmal ihren Lebensunterhalt und ihre Grundbedürfnisse in angemessener menschenwürdiger Weise decken zu können. In unseren Breitengraden ist dies selbstverständlich deutlich weniger sichtbar und eher subtil, denn die Arbeitsbedingungen sind deutlich besser und eine möglicherweise Ausbeutung wird nicht auf den ersten Blick sichtbar.

Dennoch zweifle ich daran, dass die Art und Weise wie die meisten Unternehmen sich hierarchisch organisiert haben, auf Dauer bestehen kann. Macht an einer Spitze zu bündeln und eine lange Befehlskaskade nach unten zur operativ tätigen Schicht zu etablieren, lässt Menschlichkeit verloren gehen. Die Ausbeutung könnte hier sein, dass die Menschen auf ihre pure Arbeitskraft reduziert werden. Auch wird Verhalten, das möglicherweise entgegen der Nachhaltigkeit ist, gefördert. Die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen werden nicht zeitnah wahrgenommen oder ignoriert.

Zurzeit lese ich viele Bücher (u.a. „Reinventing Organizations“ von Frederic Laloux, mein neues Lieblingsbuch), die sich mit den Themen Organisationsformen, Zusammenarbeit, Menschenbild, Führung, Management, Selbstbestimmung etc. beschäftigen. Die Themen interessieren mich wahnsinnig, insbesondere die Idee und Praxis von evolutionären Organisationen, denn diese überzeugt mich wirklich. Ich wünschte mir, ich könnte viel mehr Menschen in meinem direkten Umfeld (privat, beruflich) damit erreichen und auch überzeugen. Ich denke, dass die (Um)Gestaltung von Unternehmen in Organisationen, die auf Dauer bestehen können, eine der größten Herausforderungen in der nächsten Zeit wird.

Leben und arbeiten gehören zusammen...

… , denn alles andere würde bedeuten, dass man eine Arbeit hat, die einem nicht lebenswert erscheint. Gerade das empfinde ich aber als unabdingbar dafür, dass ein Mensch sein volles Potential und Talent entfalten kann. Um Arbeitszeit als Lebenszeit wahrnehmen zu können, halte ich es für mit am Wichtigsten, dass ich in der Arbeit, die ich täglich bewältige, einen Sinn erkennen kann; dass mir die Chance gegeben wird, so sinnvoll wie möglich zu arbeiten, Verbesserungspotentiale aufzeigen und auch an einem stetigen Verbessern mitwirken zu können.

Ich vertrete die Auffassung, dass ein Mensch diejenige Arbeit, die ihm auf natürliche Weise sinnvoll erscheint, am effektivsten bewältigen kann. Weiterhin halte ich es für wichtig, dass jeder Mensch die Chance hat, sich dort einzubringen, wo er am besten seine Fähigkeiten einsetzen kann. Immer wieder erlebe ich im Freundes- und Familienkreis, wie Menschen, egal ob jung oder alt, von ihrer Arbeit desillusioniert sind und keinen Sinn darin erkennen, was sie täglich tun. Viele scheinen es überhaupt nicht in Frage zu stellen, dass Arbeit eben Arbeit ist und das richtige Leben nur außerhalb der Arbeit stattfinden kann. Arbeit wird als unliebsamer aber notwendiger Bestandteil des Lebens angesehen.

Viele Leben von Urlaub zu Urlaub, von Wochenende zu Wochenende. Gründe hierfür sind divers: Ein Chef, der seine Mitarbeiter nur schikaniert; Ingenieure oder Techniker, die nur zu Befehlsempfängern in einer langen Hierarchiekette sind und überhaupt nicht wissen, wieso sie manche Dinge tun; Management, das weitreichende Entscheidungen über Arbeiter trifft, ohne mit den direkt Betroffenen gesprochen zu haben. Die Liste könnte nach Belieben fortgesetzt werden. Letztlich kann man den meisten Menschen diesbezüglich nicht mal einen Vorwurf machen, denn sie sind selbst von dieser Arbeitswelt geprägt und wagen vielleicht gar nicht darüber nachzudenken, dass es auch anders sein könnte.

Ich bin der Überzeugung, dass wir in dem Moment, wo wir Menschen wie Maschinen behandeln, in die nur Befehle eingegeben werden müssen, damit die Zahnrädchen laufen, Unmengen von Talent und Energie verschwenden. Meine Wünsche für die Zukunft der Arbeit, die ermöglichen dass Leben und Arbeiten zusammengehören, sind schnell zusammengefasst: Menschlichkeit und Nachhaltigkeit. Ich wünsche mir, dass Menschen wieder wie Menschen behandelt werden und als Individuen mit ihren enormen individuellen Fähigkeiten sowie ihrer Intuition wertgeschätzt werden.

In meiner Wahrnehmung sind die arbeitenden Menschen das wertvollste, das eine Firma oder Organisation hat. Ich wünsche mir, dass wir den Menschen in der Arbeitswelt in den Mittelpunkt stellen, um nachhaltige Wertschöpfung betreiben zu können. Dazu gehört, das volle Potential der Menschen zur Entwicklung sinnvoller Produkte nutzen zu können, um damit einem Kunden genau das – und nur das – zu liefern, was er wirklich braucht. Das hieße für mich, dass Verschwendung wo nur irgend möglich vermieden wird. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Produktivität vieler Organisationen plötzlich explodieren würde, wenn einige wesentliche Punkte des menschlichen Zusammenarbeitens grundlegend geändert werden würden :-) Das ist es, was mich antreibt.



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