Gustav Hollnagel im Profil

Gustav Hollnagel ist Impulsgeber unserer Initiative. Alle Akteure findest Du in unserer Impulsgeber-Liste.

Gustav Hollnagel, Arbeitspsychologischer Gestalter aus Dresden.

Gustav Hollnagel

Arbeits- & Organisationspsychologie, Politik-Wissenschaften

Dresden
Sachsen | Deutschland

mitarbeiterbefragung-authentische-fuehrung.de

Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft...

Lebenswelt ist für mich das Übergeordnete. Es umfasst sowohl Freude als auch Schmerz, Alltag und Urlaub, Beruf und Berufung. Es soll Zeiten gegeben haben, als der Mensch nur eine zentrale Identität hatte, nämlich die des schaffenden, arbeitenden Menschen. Im Laufe der Zeit hat die Psychologie uns gelehrt, dass wir mindestens 3 Identitäten haben:

  • eine materiell physische (alles was greifbar und offensichtlich ist),
  • eine soziale (alles was uns in Beziehung zu anderen setzt) und
  • eine spirituelle (alles was wir fühlen und über uns selbst denken).

Ich glaube, dass es noch weit mehr Identitäten gibt als diese von William James (1890) genannten Kategorien. Heutzutage kommunizieren wir mit Maschinen, vernetzten uns physisch aber auch überwiegend digital. Wir erleben mehr Diskontinuität, keine Linearität in Lebensläufen mehr. Dadurch entwickeln sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die auch als Potenziale oder Energien bezeichnet werden können. Als Gesellschaft müssen wir versuchen, unsere gemeinsame Energie in die richtige Richtung zu lenken. Wir müssen Potenziale erkennen und freisetzen. Dabei ist es wichtig, dass wir mit all unseren individuellen und kollektiven Ressourcen auch bedacht umgehen. Ohne Ausgewogenheit gibt es auch keinen langfristigen Erfolg.

Ich hoffe, wir können uns eine Zukunft kreieren, die für mehr Miteinander statt Gegeneinander, Fürsorge statt Zukunftsangst und Ergebnisorientierung statt Orientierungslosigkeit einstehen kann. Dazu braucht es Mut, Initiative, Offenheit, und ganz wichtig in meinen Augen, ein interdisziplinäres Verständnis unserer Lebens- und Arbeitswelt. Dafür möchte ich Impulse sammeln und geben können.

Leben und arbeiten gehören zusammen...

… weil „wer nicht zu sündigen wagt, begeht die größte Sünde“ (Erasmus von Rotterdam). Ich versuche zu erläutern… Egal ob im Beruf oder zu Hause, wir alle sollten es wagen, nicht immer alles trennen zu wollen. Auch im Job sollte man aufgehen, sich für etwas stark machen, mal Grenzen überschreiten, einfach leben. Und nur wer auch daheim mal seine Freiheit aufgibt und über die Arbeit sinniert, wird umso mehr Freiheit ernten und mehr Sinn in seiner Arbeit finden. Das soeben genutzte Zitat soll heißen: Auch mal Widerstand annehmen, Standards kritisieren oder hinterfragen, Neues erkunden ohne Angst vor Fehlern und Versagen. In Anbetracht unserer facettenreichen Arbeitswelt sollten wir uns für die Arbeitskultur stark machen, die wir wollen, nicht diejenige, die uns am möglichsten erscheint. „Freunde, ich habe einen Tag verloren“, soll Kaiser Titus mal gesagt haben. Der Hintergrund des Zitats sei an dieser Stelle nebensächlich, aber die Nachricht dieser Worte eindeutig – am Ende des Tages sollte man zufrieden sein mit sich selbst. Eines meiner Ziele ist es, diesen Satz so wenig wie möglich sagen zu müssen.

Ich merke an mir selbst, wie sehr ich verschiedenen persönlichen und beruflichen Strömungen ausgesetzt bin. Die Welt ist voller Möglichkeiten, und man soll sich für gewisse Dinge „einfach“ entscheiden?! Das sehe ich noch nicht ganz. Ich versuche, mir selbst treu zu bleiben und mich nicht jedweden bestehenden Systemen unterzuordnen. Eventuell ordne ich mich ein, besser aber wäre eine intuitive Zuordnung und Befähigung zur Neuordnung. Ordnung ist ein gutes Stichwort: nur weil man geordnet ist, heißt das nicht, das man eine Ordnung anstrebt. Hauptsache es ist zu erkennen, wo man morgen sein will. Wie man dahin kommt entscheidet sich oft erst nach ein paar Weggabelungen. Zumal es durch neue Technologien und Vernetzungsmöglichkeiten etliche Wege gibt. Wer „Entgrenzung“ noch nicht am eigenen Leib gespürt hat, der ist entweder ein Über-Mensch, oder hat sein eigenes Potenzial noch nicht erkannt.

Bewusst leben. Erfolgreich arbeiten. Zukunft gemeinsam gestalten.

Arbeit muss im Großen und Ganzen Sinn machen. Ich muss wissen, warum ich etwas tue bzw. warum ich eher Dies tue aber nicht Das. Damit sind natürliche organisationale Führungspersonen gefragt. Egal auf welcher Ebene innerhalb einer wirtschaftlichen oder auch gemeinschaftsorientieren Institution: Führungskräfte sollten Sinnvermittlung betreiben. Gleichermaßen muss ich als Arbeitnehmer auch meinen eigenen (arbeitsbezogenen) Sinn kennen, damit ich beides abgleichen kann. „Sinnergie“ nenne ich die mehrheitliche Kongruenz dieser beiden Dimensionen.

Natürlich gibt es auch noch andere Pole, wie zum Beispiel die Arbeit im Team, das Streben nach gemeinschaftlichen Zielen oder der eigenen (nennen wir es nicht „Karriere“, sondern) Entwicklung. Wenn ich Sinnergie habe kann ich um andere Dinge kümmern, wie Motivation oder Teambuilding. Ich selbst brauche zudem eine Mischung aus „Schweben“ (explorative Aufgaben) und „Bodenankerung“ (konkrete Aufgaben) um mich kognitiv-motivationale Balance zu haben.

Ich bevorzuge Herausforderungen um meine Selbstwirksamkeit zu festigen. Dabei versuche ich, Reflektionsmomente zu schaffen, sowohl für mich selbst, aber auch für andere. Ich gebe Impulse um Dinge zu hinterfragen oder Ideen zu bestätigen. Im gleichen Atemzuge bedeutet „Erfolg“ für mich die Bestätigung meiner Ideale. Das kann man nicht in Zahlen messen, sondern nur im Umgang mit Menschen, der Wahrnehmung von Wertschätzung und offenem Dialog, der zu konstruktiven Lösungen führt.

Die soeben angesprochenen Impulse versuche ich derzeit über meine Masterarbeit zu geben (bis Ende des Jahres, was 2017 kommt ist noch offen…). Indem ich für selbstreflektierte Authentizität werbe, moralische Denk- und Handelsweisen ermutige und für bessere Selbstführung im technisch-digitalen Zeitalter plädiere. Mit diesen Motiven im Gepäck reise ich auch im Rahmen des studentisch Möglichen zu unterschiedlichen Events und Versammlungen. Für mich gilt auch im digitalen Zeitalter: Face to face ist mir lieber als die exklusive Virtualität im „networking race“.

Über mich

Ich bin ein querdenkender Master-Student, der gerade seine Abschlussarbeit konfrontiert und Ausschau nach seiner eigenen Lebens- und Arbeitswelt hält. Nebenbei bin ich noch als Freelancer im Bereich Consulting und Change Management und als teilverantwortlicher Projektleiter/Moderator im Basketballgeschehen der Dresden Titans aktiv. Tatendrang habe ich von Grund auf. Langeweile ist für mich Gift. Die notwendige Energie für meinen Tatendrang ergibt sich durch einen guten Mix aus sportlicher Aktivität, freizeitlichem Genuss und organisatorischer Disziplin.

Kurz noch zu meiner Motivation, was die Abschlussarbeit anbelangt: Abgesehen von der notwendigen Sensibilisierung für mehr (professionelles, nicht willkürliches) authentisches Auftreten braucht unsere Arbeitswelt mehr Offenheit gegenüber entscheidenden Paradigmenwechseln. Ich bin ein absoluter Befürworter von stärkenorientierter Personal- und Unternehmensentwicklung. Das funktioniert nur, wenn man Verantwortung umverteilt, bereit ist neue Wege zu gehen, und vor allem aber transparenten und feedback-orientierten Umgang mit Mitarbeitern fördert. Mein ganz persönliches Anliegen ist es, offene Diskussionen und Dialog zu unterstützen, insbesondere durch die Steigerung des eigenen Selbstverständnisses – eine extrem wichtige Konstante in Zeiten des (digitalen) Wandels.

Meine Beiträge zur Initiative - EnjoyWorkCamp Session(s)

Ich bringe diverse Erfahrungen aus dem HR-Bereich, sportlichen Tätigkeiten, Amerika-Aufenthalten und meiner freiberuflichen Tätigkeit „to the table“. Viel konkreter möchte ich gar nicht werden. Schön wäre es, auf junge Menschen zu treffen, die auch gerade dabei sind, ihren Einstieg in die Lebens- und Arbeitswelt des digitalen Zeitalters zu meistern. Aber auch gestandene Jungunternehmer, Selbstständige oder Arbeitswelt-Querulanten wahren gewiss spannende Einblicke in Ihre jeweiligen Bereiche.

In diesen Begegnungen stehe ich immer für interdisziplinäres Denken. Ich stelle gern tiefergehende Fragen, weil mich Zusammenhänge mehr interessieren als Tatsachen. Unterstützung suche ich derzeit vor allem beim Verbreiten meiner Online-Umfrage Mitarbeiterbefragung Authentische Führung in ganz Deutschland um eine hohe Teilnehmerzahl (für mehr Aussagekraft) zu erreichen.

Als Neuling des EnjoyWorkCamps möchte ich vor allem sehr offenherzig in diese Erfahrung starten. Natürlich interessieren mich gewisse Fachthemen (Leadership, Arbeitsorganisation, Moderation, Förderung und Befähigung, etc.). aber neue, ähnlich denkende Persönlichkeiten kennenzulernen ist für mich eine tolle Chance, die ich wertschätze.

Es wäre eine Idee oder ein Vorschlag meinerseits, eine kleine Brainwriting-Session zum Thema „Authentizität am Arbeitsplatz“ zu verrichten, um den Einstieg in mein derzeitiges Fachgebiet zu ermöglichen. In einer weiteren Session würde ich liebend gern auch die Ergebnisse meiner Studie vorstellen und die Hintergründe der Erkenntnisse mit Euch diskutieren :)

Meine Fachbeiträge zur Initiative



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